Berlin im Licht – ORSOvocals & Friends zu Gast im Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin
Viele Kurt-Weill-Songs sind weltbekannt und einige wurden zu Jazz-Standards wie “Speak low”, “My Ship” oder “Mack the Knife”. Sie wurden interpretiert von Legenden wie Ella Fitzgerald, Marianne Faithfull, Nina Hagen oder „The Doors“. Weills Hits sind den meisten Menschen geläufiger als der Komponist selbst. In Deutschland erinnert man sich meist nur an die Werke seiner Schaffensphase vor seiner Flucht nach Amerika: Die Dreigroschenoper oder das Mahagonny-Songspiel. Seine Broadwaywerke wie “Street Scene” oder “One Touch of Venus” oder “Lady in the Dark” hört man hierzulande selten.
Was das alles mit ORSO (Orchestra & Choral Society e. V.) zu tun hat?
Gründer von ORSO ist der gebürtige Kippenheimer Wolfgang Roese. Er lebt heute in Berlin, in der Stadt, in der Kurt Weill die “Dreigroschenoper” schuf, die auch heute noch am Berliner Ensemble inszeniert und gefeiert wird. In Kippenheim jedoch, nur zwei Häuser weiter von der Oberen Hauptstr. 7, in der Roese aufgewachsen ist, lebten die Eltern von Kurt Weill, Albert und Emma. Sie zogen 1899 nach Dessau und wanderten später nach Palästina aus. In der Synagoge in Kippenheim, einem idyllischen kleinen Dorf in Südbaden, starteten die ORSOvocals im vergangenen Sommer eine außergewöhnliche Performance unter dem Titel „Gosse und Glamour”. Sie begann in der Synagoge, dann zog der Chor samt Orchester singend, tanzend und spielend durch das Dorf, machten im Hof des Gasthauses Rindfuß Station (dem Haus der Weills) und wanderten ins Bürgerhaus, wo sie eine fulminante Show darboten.
ORSOvocals – das sind die Stimmen des ORSOchores der Standorte Berlin, Stuttgart und Freiburg, die sich neben chorsymphonischer oder Crossover-Programmen auch mit großer Leidenschaft dem Musiktheater widmen. Sie schlüpfen in die Rollen der Gestalten aus Weills Schaffen und bringen die wilden 20er- und düsteren 30er-Jahre in einer wilden Revue auf die Bühne des Kammermusiksaals der Philharmonie Berlin.
Zu erleben sind die spiel- und tanzfreudigen ORSOvocals unter der Leitung von Wolfgang Roese am Klavier mit Kurt Weills Welthits sowohl aus seiner deutschen als auch amerikanischen Schaffensphase.